Jeder Mensch hat seine ganz eigene Art zu entspannen. Manche trinken eine gute Tasse Kaffee, andere lesen ein Buch und wieder andere nehmen ein ausgiebiges Bad. Im Alltag warten viele Situationen, die dazu beitragen, dass wir unter Stress und permanentem Zeitdruck stehen. Dem Leistungsdruck sind schon Kinder ausgeliefert. Diese Belastungen können dazu führen, dass die Fähigkeiten zu entspannen verloren gehen. Wir sind dann so im Räderwerk gefangen wie ein Hamster in seinem Rad. Und das perfide ist, wir merken nicht wie der Burn-out auf leisen Sohlen angeschlichen kommt. Ja, es gibt Warnsignale des Körpers, wie Ungeduld und zunehmende Konzentrationsstörungen. Auch Schlafstörungen, wie etwa frühes Erwachen oder nicht einschlafen können, bilden Anzeichen für ein beginnendes Ausbrennen. Symptomatisch sind in dieser Phase außerdem Verspannungen im Nacken- Rückenbereich und Magen-Darm-Probleme.

Je früher eine Mutter oder ein Vater diese Symptome wahrnimmt, umso besser kann ihnen geholfen werden. Wenn Du als Elternteil zwischen Reitstunde, Hausaufgaben und Sportverein nur noch am Organisieren bist, fehlt Dir oft die Zeit und Energie, Dir bewusst Erholungsphasen zu gönnen. Dies ist aber gerade in diesen Zeiten unabdingbar. Es ist sicherlich schön, für eine Sache zu brennen. Entscheidend ist, dass Du die eigenen Ansprüche nicht zu hoch setzest.

„Erste Hilfe“- Tipps, um ein Ausbrennen zu verhindern:

  • Plane bewusst Erholungsphasen ein, um Dich mit Dingen zu beschäftigen, die Dir guttun. Das können auch scheinbar kleine Maßnahmen sein, wie zum Beispiel mal eine Zeit lang in der Sonne zu liegen, ohne etwas zu tun.
  • Multitasking vermeiden. Die Konzentration auf eine Aufgabe ermöglicht empathische Anteilnahme.
  • Persönliche Erwartungen überprüfen. Druck entsteht von außen und von innen. Wenn wir in einem Topf Wasser erhitzen und die Temperatur im Herd nicht regeln, kocht irgendwann das Wasser über. Deshalb muss die Temperatur rechtzeitig nach unten geregelt werden. Also gilt es, die eigenen Ansprüche rechtzeitig zu überprüfen und gegebenenfalls zu verringern, sie quasi an die Realität anzupassen.
  • Regelmäßig Zeit für Bewegung einplanen. Raus aus dem Sessel, rein in die Sport-Klamotten und es kann losgehen.
  • Ernährungsgewohnheiten überprüfen und auf eine ausgewogene Ernährung achten. Es besteht heute ein großer Markt an ausgewogener Ernährung. Gemüse und Salat, Fisch und Hähnchenfleisch können dazu beitragen, sich gesünder zu ernähren, ohne einseitig zu werden.
  • Erlernen einer Entspannungstechnik. Ich habe hier einen ganz einfachen Tipp: Bewusst ein- und ausatmen. Hierbei ist es wichtig, den Fokus bewusst auf das Ausatmen zu legen. Atme etwa doppelt so lange aus, wie Du einatmest und atme dabei in den Bauch. Wenn Du dies jeden Tag übst, stellt sich rasch eine Entspannung ein. Ja, sie stellt sich quasi automatisch ein und kochst nicht mehr auf großer Flamme.
  • Erkenne Deine ganz eigenen Bedürfnisse – und erfülle sie. Spätestens an dieser Stelle betritt die „Innere Kind-Arbeit“ die Bühne Deines Lebens. Als Kind warst Du darauf angewiesen von außen versorgt zu werden. Und wenn Dein Vater, Deine Mutter oder andere Bezugspersonen Dir vorenthalten haben, was Du dringend gebraucht hast, warst Du voller Frust, Wut, Angst und Schuldgefühle. Und das wird heute ab und an „angetriggert“, wenn Du gleichen, oder ähnlichen Situationen begegnest. Ich lade Dich ein, dann als Erwachsene zu agieren und Deinem Kind genau das zu geben, was ihm früher gefehlt hat. Wenn Du Lust hast, diese Arbeit einmal „live“ zu erleben, melde Dich gerne bei mir!
  • Perfektion abschaffen! Du musst nicht 150% bringen, oder 120%. Lass mal 5 gerade sein, das entspannt ungemein.

Was darfst Du tun, wenn Du merkst: „Ich komme alleine aus dem Loch nicht mehr heraus?“ Ich sage: „Reden hilft“. Vielleicht hast Du einen guten Freund, eine gute Freundin, oder den Arzt Deines Vertrauens. Manche Menschen tun sich schwer damit zu erkennen: „Ich brauche Hilfe“, und diese dann auch anzunehmen. Ich möchte Dich ermutigen, diesen Schritt zu tun. Ich selbst habe unter einem „Burn-out“ gelitten. Deshalb rede ich auch nicht wie der Blinde von der Farbe. Ich weiß genau, wie es Dir geht und: vor allem weiß ich, was Dir hilft – egal in welcher Phase des Ausbrennens Du Dich jetzt gerade befindest. Auf jeden Fall wünsche ich Dir MUT, den Schritt zu gehen, der für Dich „dran ist“.